Reformation gemeinsam gefeiert
Gottesdienst für die Nachbarschaft

Zum gemeinsamen Reformationsgottesdienst lud die Johanniter-Gemeinde die Gläubigen aus der Paul-Schneider-Gemeinde und der Evangelischen Kirchengemeinde Mittlere Nahe nach Meisenheim in die Schlosskirche ein.
Angelehnt an die „Leipziger Disputation“, einem akademischen Streitgespräch zwischen den Theologieprofessoren Johannes Eck aus Ingolstadt, Andreas Bodenstein und Martin Luther aus Wittenberg, die 1519 in Leipzig stattfand, regten Pfarrerin Ulrike Scholtheis-Wenzel und Pfarrer Christian Schucht eine „Meisenheimer Disputation“ an.

Während der Predigt riefen sie die vielen Gottesdienst-Gäste aus allen drei Gemeinden zur Diskussion mit ihren Nachbarn in der jeweiligen Bankreihe auf. Schließlich gebe es auch heute noch viele Fragen zu diskutieren, meinten die Theologen. „Was ist Ihre größte Sorge in Bezug auf die Kirchengemeinde?“ sollte auf roten Zetteln festgehalten werden. Für die Frage „Was ist Ihre stärkste Hoffnung in der Kirche?“ lagen grüne Zettel bereit.
„Wird die Gemeinde überhaupt weiterbestehen, wenn es keine Pfarrerin oder keinen Pfarrer mehr gibt? „Ich habe Angst, dass es unsere schöne
kleine Kirche im Ort bald nicht mehr gibt“, so lauteten zwei der formulierten Ängste. Aber auch Hoffnungen fanden Platz auf den Zetteln. Etwa: „Ich möchte einen verlässlichen Pfarrer für unsere Gemeinde. Einen, der ruhig auch Fehler haben kann, der aber in unserer Gemeinde bleibt.“ Oder: „Ich hoffe, dass es auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit in unserer Nachbarschaft geben wird“
Sonja Unger
